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Wettkampfregeln

ARTIKEL

  1. Wettkampfflaeche
  2. Ausruestung
  3. Judoanzug
  4. Hygiene
  5. Kampfrichter und Offizielle
  6. Position und Funktion des Kampfrichters
  7. Position und Funktion der Aussenrichter
  8. Handzeichen
  9. Kampfbereich (gültige Fläche)
  10. Dauer des Kampfes
  11. Zeitunterbrechung
  12. Zeitsignal
  13. Osaekomi-Zeit
  14. Technik, die mit dem Zeitsignal zusammenfaellt
  15. Beginn des Kampfes
  16. Uebergang zu Newaza (Bodenarbeit)
  17. Anwendung von Mate (Warten)
  18. Sono-mama
  19. Ende des Kampfes
  20. Ippon
  21. Waza-ari
  22. Waza-ari awasete Ippon
  23. Yuko
  24. Osaekomi-waza
  25. Verbotene Handlungen und Strafen
  26. Nichtantreten und Aufgabe
  27. Verletzung, Krankheit oder Unfall
  28. Situationen, die von den Regeln nicht erfasst sind

Kampfrichterhandbuch

Anti-Doping



BudoWiki wurde erstellt von: Sensei

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IJF /

Entwicklung der IJF-Wettkampfregeln

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Einleitung

Die "Wettkampfregeln" (WKR) der Internationalen Judo Föderation haben sich im Lauf von vielen Jahren entwickelt. Um Judo als dynamische und spannende Sportart zu erhalten, sind Regeländerungen unvermeidlich und notwendig, da sich auch die Athlten und Trainer in Raffinesse und Innovertion übertreffen, die Kämpfer immer wieder auf ein neues Niveau der Sportlichkeit zu bringen.

Darüber hinaus gibt es externe Faktoren, wie die Internationalisierung von Judo über die ganze Welt, die Aufnahme von Judo in das Programm der Olympischen Spiele, die Einführung des wettkampfmäßigen Frauen-Judo und technische Veränderungen, insbesondere das Fernsehen, das ebenfalls seine Einflüsse und Anforderungen mit sich bringt.

Durch das Studium der Geschichte und Entwicklung des Schiedsens im Judo kann man sehr viel gewinnen. Ein Überblick über die Regeländerungen in den letzten fünfzig jahren an anschaulichen Beispielen, wie weit und wie schnell sich das Kampfrichterwesen entwickelt hat, kann auch von Interesse für die heutige Generation an internationalen Kampfrichtern sein. Wenn man den Grund für eine Regel und den Hintergrund seines Ursprungs kennt, gibt es eine große Chance, dass die Regeln leichter akzeptiert und korrekt angewandt werden.

Die Anfänge

In den frühen Jahren des Judo in Japan, vor der Gründung der Internationalen Judo Föderation im Jahre 1951, wurden Judo-Wettkämpfe bei Turnieren auf Präfektur- und nationalen Ebene in Japan traditionell nur von Kampfrichtern mit einem sehr hohen Judo-Rang geschiedst. Diese Großmeister, nach vielen Jahren des Studiums unbestrittene Experten, übten ihre Kampfrichtertätigkeit fast ohne jedes Eingreifen oder alternative Bewertung durch die beiden Kamfprichter an den Ecken (Außenrichtern) aus.

Die Verantwortung und das Privileg, als Kampfrichter ausgewählt zu werden, wurde als große Ehre empfunden. Kontroversen über Entscheidungen existierten innerhalb der japanischen Judo-Gemeinschaft praktisch keine. Entscheidungen, die viele Experten als zweifelhaft erschienen, wurden am besten als "unglücklich" beschrieben.

Im modernen Sport würde eine solche Toleranz der Auslegung einer einzelnen Personen außerhalb von Japan ein bisschen schwierig zu aktzeptieren sein. Heutzutag ist die allgemeine Erfordernis die "Mehrheitsentscheidung der 3 amtierenden Kampfrichter".

In diesen frühen Jahren wurden Zeitausweitungen häufig zugelassen, um einen Judoka die Chance zu ermöglichen, eventuell einen entscheidenden Punkt zu erzielen. Wettkämpfe von zwanzig Minuten Gesamtzeit waren keine Seltenheit. Fehlte eine entscheidende Wertung, war es nicht ungewöhnlich, ein Untentschieden zu vergeben. Tatsächlich brachte die All Japanische Meisterschaft 1948 zwei Meister hervor. Um schließlich eine Entscheidung in einem Wettkampf herbeizuführen, gab es in diesen Tagen die Methode, durch Abstimmung den Meister zu bestimmen. Im Zusammenhang der Judo-Geschichte und ihrer Zeit und Ort, wurde ein solches System in Japan akzeptiert.

Die Notwendigkeit schriftlicher Wettkampfregeln

Bei den ersten All Japanischen Judo Meisterschaften in Jahren 1930 bis 1948, gab es keine offiziellen, niedergeschrieben Regeln, weder in Englisch, noch in Französisch.

Jedoch mit der Gründung der Internationalen Judo Föderation und der raschen Verbreitung von Judo in der ganzen Welt, praktisch der Etablierung von Judo als einen Weltsport, wurde die Notwendigkeit von endgültigen schriftlichen Regeln für die Kontrolle und Evaluierung des Wettkampfes, auf der ganzen Welt, vor allem in Europa, wo die Judo-Fertigkeiten und -Fähigkeiten rasche fortschritte machten, heiß diskutiert. Internationale Turniere wurden in Europa und anderswo von 1948 an abgehalten.

Es wurde deutlich, dass zur internationalen Verständigung und zur korrekten Auslegung Wettkampfregeln erforderlich sind, so definiert werden, dass sie allgemein von allen annehmbar sind.

Wettkampfregeln des Kodokan Judo

Als Reaktion auf diese internationale Notwendigkeit und aufgefordert durch die Absciht der All Japanischen Föderation die 1. Judo-Weltmeisterschaften in Tokyo im Jahre 1956 durchzuführen, wurden 1948 die Wettkampfregeln des Kodokan Judo'', mit einer offiziellen englischen Übersetzung, formuliert und niedergeschrieben.

Beim IJF-Kongress 1960 in Paris, anlässlich der 3. Judo-Weltmeisterschaften, hat die Europäische Judo Union die überarbeiteten Regeln angenommen. Obwohl die Änderung nicht sofort angenommen wurde, war die Notwendigkeit der Normierung des Kampfrichterwesens und der internationalen Auslegung anerkannt. Folglich wurden Experten beauftragt, weitere Studien durchzuführen und die IJF zu beraten.

Tradition kontra Evolution

Nach der Einführung von Judo in die Olympischen Spiele 1964 in Tokyo als Vorführbewerb, war die Notwendigkeit für weitere Veränderungen deutlich geworden, wenn sich Judo in einer modernen Zeit als eine Olympische Sportart entwickeln sollte.

Die Frage der geeigneten Gewichtsklassen war ein olympisches Erfordernis, des gelöst werden musste, obwohl zu dieser Zeit das Konzept von Gewichtsklassen von vielen traditionell eingestellten Experten hart bekämpft wurde.

Viele Experten wiesen darauf hin, dass Judo eine solche Verletzung der Tradition nicht überleben würde. Die Kontroverse auf der ganzen Judo-Welt über die Gewichtsklassen brachte die traditionellen und die fortschrittlichen Faktoren in einen offenen Konflikt. Die Evolution hat immer verschiedene Ansichten hervor gebracht. In der Tat hat die IJF seine Mitgliedschaft und die Teilnahme bei Veranstaltungen auf Welt-Nivau durch die Erweiterung der Anzahl der Gewichtsklassen, von drei auf fünf, und schließlich im Jahre 1979 auf sieben, stark vergrößert. Die offene Gewichtsklasse hat noch ihren Platz bei den Weltmeisterschaften der Senioren (Allgemeinen Klasse), aber nicht bei Veranstlatungen der Junioren oder bei Olympischen Spielen.

Judoka sowohl in Japan, als auch auf der ganzen Welt, pflegen seit langem in großem Respekt die traditionellen Aspekte des Judo, wie sie durch den Begründer Jigoro Kano definiert wurden und sich wie ein Bogen bis heute erhalten haben. Auf der anderen Seite jedoch steht die Verwirklichung, dass sich Judo, wie durch den Begründer vorgesehen und im letzten Jahrhundert vertreten, zu einer olympischen Sportart entwickelte.

Kurz gesagt, die IJF respektiert sowohl die Tradition der Vergangenheit, ermöglicht aber auch die Entwicklung des Sports, wo wir im Jahre 2000 dem neuen Jahrtausend zusteuern und darüber hinaus.

Da der Judo-Wettkampf die sichtbareste Aktivität der IJF für die Zuschaer der ganzen Welt ist, vor allem der welteweiten TV-Berichterstattung, sind die Regeln und Präsentation dieser Wettkämpfer von großer Bedeutung. Insbesodere gilt dies für den Fall der renomiertesten internationalen Veranstaltungen, Judo-Weltmeisterschaften und Olympische Spiele.

Neue Richtung

Im Jahre 1965 wurde Charles Palmer, ein renomierter englischer Judoka und einer der ersten Mitglieder der internationalen Abteilung des Kodokan, während des IJF-Kongresses in Rio de Janeiro, Brasilien, anlässlich der 4. Judo-Weltmeisterschaften, der zweite Präsident der IJF.

Präsident Palmer ernannte einen Kampfrichterausschuss, bestehend aus Jacobus Nauwelearts de Age aus den Niederlanden, Teizo Kawamura aus Japan und sich selbst.

Im Jahre 1967 hielt der Kampfrichteraussschuss in Salt Lake City, USA, während der 5. Judo-Weltmeisterschaften eine Sitzung ab. Der IJF-Kongress von 1967 nahm die internationale Kampfrichterstruktur und -Regelungen wie vorgeschlagen an. Zu dieser Zeit hatte die IJF ihre Gewichtsklassen auf fünf Kategorien, plus der offenen Klasse, erhöht. Dementsprechend setzte die IJF einen Kampfrichter-Unterausschuss ein, der nach einer Erweiterung später aus John Osako, aus den USA, als Vorsitzender, Horst Wolf aus der DDR (Ost-Deutschland) und Shoichi Shimizu, der Kawamura als Mitglied aus Japan ersetzte, bestand.

Es wurden die allgemeinen Kriterien für die Prüfung festgelegt und die ersten Prüfungen und Vergaben von IJF-Kampfrichterlizenzen wurden bei den 7. Judo-Weltmeisterschaften in Ludwigshafen, Deutschland, im September 1971 durchgeführt.

Der IJF-Kampfrichter Unterausschuss

Die fundamentale Grundlage des IJF-Kampfrichter Unterausschusses war, dass er durch den IJF-Vorstand ernannt wurde und nicht die spezifischen Verbände der Mitglieder vertrat, sondern die Entwicklung des Judo allgemein darstellte.

Dieser Unterausschuss schuf die Struktur, welche es der IJF ermöglichte, die weitere Entwicklung des Kampfrichterwesens in Hinblick auf die veränderten Notwendigkeiten der IJF und des Internationalen Olympischen Komitees zu erfüllen.

Er führte Regeländerungen in einer ausgewogenen und methodischen Art und Weise ein, die im Einklang mit der Entwicklung des Judo standen. Dies erwies sich als unbezahlbar, als die IJF von einer kleinen Mitgliederschaft von 17 Nationen auf eine derzeitige Mitgliederschaft von rund 180 nationalen Judo-Föderationen, welche die fünf kontinentalen Verbände Afrika, Asien, Europa, Ozeanien und Pan-Amerika vertreten, anwuchs.

1979 wurde Dr. Shigeyoshi Matsumae aus Japan der dritte IJF-Präsident und der IJF-Vorstand wurde neu strukturiert, um die IJF-Kampfrichterkommission, die IJF-Sportkommission, die IJF-Ausbildungskommisison und die IJF-Finanzkommission aufzunehmen. Seit dieser Zeit besteht die IJF-Kampfrichterkommission aus einem Vorsitzenden und fünf ernannten Mitgliedern (IJF-A-Kampfrichter), eines aus jedem Kontinentalverband. Der Vorsitzende der jeweiligen Kommisison wird durch den IJF-Kongress gewählt.

Die IJF-Kampfrichterkommission hat im Laufe der Jahre hohe Erwartungen und Kriterien für den Erwerb der IJF-A-Kampfrichterlizenz [jetzt internationale IJF-Kampfrichter genannt] festgelegt. Dies hat der olympischen Sportart Judo einen wohlverdienten Ruf für die technische Integrität und die kompetente Beurteilung des Wettkampfes eingebracht.

Seit ihren bescheidenen Anfängen hat die IJF jetzt mehr als 286 Inhaber der "A"-Lizenz und 614 Inhaber der "B"-Lizenz.

Die Roller der IJF-Kampfrichterkommission

Neben seiner wichtigsten Aufbabe, der Prüfung der Kandidaten, ist die IJF-Kampfrichterkommission in allen fünf Kontinenten mit der Durchführung von Kampfrichterseminaren und der Beaufsichtigung der qualifizierten Kampfrichter bei allen wichtigen Veranstaltungen weltweit betraut.

Die andere wichtige Aufgabe der IJF-Kampfrichterkommission ist es, sich mit der strategischen Entwicklung der Judo-Kämpfer, die sehr gut ausgebildete und qualifizierte Athleten sind, auf dem Laufenden zu bleiben. Judo-Trainer verbessern kontinuierlich die Fitness, Schnelligkeit und technische Fähigkeiten der besten Judo-Kämpfer der Welt. Es ist offensichtlich, dass der IJF-Kampfrichter ebenfalls ständig seine eigenen Fähigkeiten verbessern muss, um die Kämpfer kompetent, ohne übermäßige Fehler, zu beurteilen.

Während einer wichtigen Meisterschaft mit über zweihundert kämpfenden Teilnehmern auf drei Matten pro Tag ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe.

Der wichtigste Faktor ist, dass die Elite-Kämpfer die besten Kampfrichter verdienen, um faire Chancen zu haben, Champion zu werden.

In den vergangenen Jahrzehnten, seit den 1. Judo-Weltmeisterschaften in Tokyo, wurden die IJF-Wettkampfregeln regelmäßig überarbeitet. Dies ist notwendig, um sicherzustellen, dass der Judo-Wettkampf in einer sicheren und positiv sportlichen Art und Weise geführt wird und das Interesse der Weltmedien, der Sponsoren und der Zuschauer, welche den Sport unterstützen, weckt.

Frühere Überarbeitungen der IJF-Wettkampfregeln

Im Folgenden die wichtigsten Initiativen in Himblick auf die erfassten Regeländerungen während der früheren Jahre.

1950iger

Hals- und Beinhebel werden nicht länger erlaubt.

1952

Die japanische Bezeichnung Ippon für einen vollen Punkt setzt sich allgemein durch. Zusätzlich wird die Wertung Waza-ari eingeführt.[ES]

1960

Standardisierung des Kampfrichtervokabulars in Japan.
Die Kleidung der Kampflichter wechselt vom Judogi zu Sakko und Kravatte.

1965

Einführung von 3 Gewichtsklasse, plus der offenen Klasse.

1967

Erweiterung auf 5 Gewichtsklasse, plus der offenen Klasse.
Das Handzeichen für Hajime wird abgeschafft.
Das Verbeugen der Kämpfer zu den Kampfrichtern vor und nach dem Kampf wird abgeschafft.

1972

Einführung der 1 Meter breiten roten Warnfläche und der 2,5 Meter breiten Sicherheitsfläche.
Einführung der Anzeigetafel für die offene Anzeige von den durch den Kampfrichter verkündeten Wertungen und Strafen.

1974

Einführung der Teilpunkte Yuko und Koka und der entsprechenden Strafen Shido und Chui. Dies ermöglichte den Kampfrichtern und den Zuschauern, dem Entscheidungsprozess entsprechend seiner Entstehung zu folgen. Vor dieser Initiative waren der Kampf- und die Außenrichter dazu verpflichtet, sich jede einzelne Aktion über die gesamte Wettkampfdauer zu merken, bevor sie ihre Entscheidung nach Ablauf der Zeit, acht Minuten für die Halbfinal- und zehn Minuten für die Finalkämpfe, bekannt gaben.
Diese Initiative wurde von einigen Experten hart bekämpft, da sie glaubten, dass die Kämpfer nicht mehr nach einem Ippon-Sieg strebten. Allerdings zeigten schließlich die Statistiken der IJF, dass sich die Zahl der Siege durch Ippon seit der Einführung der Teilwertungen tatsächlich erhöhten. Diese Steigerung ist natürlich auch vor allem auf die Verbesserung der technischen Fähigkeiten vieler führender Kämpfer zurückzuführen.
Es wurden Strafen für Inaktivität, Shido und Chui gefordert, um die Kämpfer während des Wettkampfes aktiv und angriffsbereit zu halten. Dies wurde für die von allen geschätzten kontinuierlichen Judo-Aktionen gemacht.
Zu dieser Zeit wurde die Rolle der Außenrichter immer wichtiger, so wurde ihnen erlaubt, die Entscheidung des Kampfrichters zu ändern, wenn beide der gleichen Meinung waren.

1974

Die Praxis der Kampfrichter, beide Kämpfer in einem Festhalter am Mattenrand wieder in die Mitte der Matte zu ziehen, wurde aufgehoben. Dies war immer mit einer gewissen Belustigung verbunden, da der Kampfrichter nicht immer die nötige Kraft aufbringen konnte, die Ausfgabe zu erfüllen und daher oft die Hilfe der Außenrichter erforderlich war. Trotzdem blieb dies bei Schwergewichtskämpfern eine gewaltige Aufgabe. Für einige war dies ein gutes Argument, warum Frauen, die nicht stark genug für diese Aufgabe sind, nicht als Kampfrichter fungieren sollten.

1974

Die Kampfzeit wurde auf sechs bis acht Minuten für das Semifinale und für das Finale auf zehn Minuten erhöht.
Im Falle eines Punktegleichstandes, wurde automatisch der Kämpfer mit der niedrigsten Strafe zum Sieger erklärt.

1975

Die Praxis, einen Kämpfer niederknien zu lassen, wenn er ein Keikoku erhielt, wurde abgeschafft, da es als demütigend angesehen wurde. Ebenso wurde abgeschafft, sich den Judogi in kniender Position zu ordnen.

1976

Die Leitlinien für Strafen wurden genauer definiert, wodurch eine einheitlichere Anwendung der Bestrafung für verbotene Handlungen erreicht wurde.
Der athletischen Fähigkeit der Judoka, nach einem Wurf in einer "Brücke" zu landen, wurde durch die Vergabe eines höheren Punktes begegnet. Die "Brücken"-Landung war potenziell gefährlich für den freiligenden Hals oder Kopf des Judoka, das zu möglichen Verletzungen bei hartem Aufprall auf der Matte führen konnte.
Wenn ein Kämpfer mit seinem Gegner, der sich auf seinem Rücken festhielt, aufstehen konnte, wurde die Aktion vorübergehend durch die Anwendung von Mate unterbrochen.
Bis zu dieser Zeit wurde die Stoppuhr nicht automatisch angehalten, wenn der Kampfrichter Mate verkündete. Um die Uhr anzuhalten, war zusätzlich das Kommando Jikan erforderlich. Ab 1976 umfasste der Befehl "Mate" des Kampfrichters sowohl eine Unterbrechnung der Handlung auf der Matte, als auch das Stoppen der Uhr.

1978

Die gefährliche Praxis des Werfenden, sich mit dem Kopf auf der Matte abzustützen, während des Versuches einer solchen Technik wie Uchi-mata und Harai-goshi oder Maki-komi, verursachte eine große Besorgnis in der Judo-Welt. Eine Kämpfer fügten sich selbst Rückgradverletzungen zu, welche in einigen Fällen eine dauernde Lähmung hinterließen. Diese versuchten Aktionen wurden durch die Einführung einer sofortigen Disqualifikation (Hansoku-make) unterbunden.
Während dieser Zeit wurde die Zurücksetzung der "medizinischen Zeit" mit einem maximalen Limit von 5 Minuten für den Kämpfer, der eine Verletzung behandeln ließ, eingeführt. Dieses Privileg wurde jedoch großzügig mißbraucht, sodass die Regeln weiter geändert werden mussten. Die Problem der ärztliche Untersuchung/Behandlung ist eines, welches eine ständige Kontrolle der Kampfrichterkommission erfordert.

1978

Die übliche Praxis, bei Unentschieden, automatisch den Sieg jenem Kämpfer mit der niedersten Strafe zuzusprechen, wurde aufgehoben und die Kampfrichter bestimmten, einmal mehr, den Sieger durch die Stimmenmehrheit.

1979

Erhöhung auf 7 Gewichtsklassen, plus der offenen Klasse.
Eine weitere neue Initiative zu dieser Zeit war die Einführung der Judogi-Kontrolle, bevor man die Wettkampffläche betrat. Es wurden spezifische Kriterien für die Prüfung der zugelassenen Größen-Limits eingeführt. Lange Haare mussten sicher gebunden werden und die Farbe der T-Shirts für Kämpferinnen wurden festgelegt.
Für eine kurze einjährige Periode wurde der Gürtel des Kämpfers durch einen weißen oder roten Gürtel ersetzt.
Dies wurde später geändert, sodass zusätzlich zum eigene Gürtel ein rote oder weiße Band zu tragen waren.

1980

Die 1. Judo-Weltmeisterschaften für Frauen wurden in New York, USA, ausgetragen.

1981

Die erste Kampfrichterin, Clare Hargrave aus Neu Seeland, wurde mit einer IJF-A-Lizenz bei den Judo-Meisterschaften der Asien Spiele ausgezeichnet.

Weitere kürzliche Änderungen

In den letzten Jahren wurde eine Reihe von Regeländerungen beschlossen, wie die folgenden:

Bein greifen

Verboten, außer das Ergebnis ist sofort ersichtich.

Judogi-Kontrolle

Diese wurde dahingehend geändert, dass es erlaubt ist, während des Tages Kampfrichter für die Kontrolle einzuteilen.

Strafen

Sofortige Umwandlung in die entsprechende Wertung für den Gegner und Aufzeichnung auf der Anzeigetafel.

5-Sekunden-Regel

Diese maiximale Zeit für die Kämpfer, ohne Angriff oder Verteidigung gegen einen Agriff, auf der Warnfläche zu sein, wurde mit einer Strafe belegt. Diese Regel war zunächst nicht populär, jedoch hat die Erfahrung gezeigt, dass viele der früheren negativen Randsituationen verhindert wurden.

Arzt

Allgemein dürfen nur 2 Untersuchungen stattfinden.

Hinauswerfen

Ein Wurf ist gültig, auch wenn der Gegner, während der Vollendung eines Wurfes, einen Schritt hinaus auf die Sicherheitsfläche macht. Diese Regeländerung war sehr populär, da sie einen echten bewerteten Wurfangriff erlaubte, ohne dass dieser wegen des Übertreten des Randes für ungültig erklärt wurde, wenn es nicht der Fehler des Werfenden war.

Kani-basami

Diese alte Technik wurde als gefährlich eingestuft und verboten.

Anzeigetafel

Die neue horizintale Ausrichtung der Anzeigetafel wurde eingeführt und sehr gut aufgenommen, da sie dazu beigetragen hat, den Zuschauern zu helfen, zu jeder Zeit während des Wettkampfes den aktuellen Vorteil eines Kämpfers gegenüber dem anderen zu verstehen.

Identifikationen

Das Tragen einer Rückennummer mit der olympischen Abkürzung der Staatsangehörigkeit des Kämpfers wurde eingeführt. Die jüngsten Änderungen an diesem Konzept wurde bei den Olympischen Spielen 1996 eingeführt, als der Name des Judoka auf dem Rücken der Jacke hinzugefügt wurde. Dies verbesserte die Persönlichkeit des Kämpfers und erleichterte es den Zuschauern, dem Wettkampf und den hervorgehenden Gewinner zu verfolgen.

Jüngste Änderungen

Als Antwort auf den zunehmenden Wettbewerb unter den internationalen Sportarten um Fernseh-Einschaltquoten wurde 1997 der blaue Judogi angenommen. Die Osaekomi-Zeit wurde um 5 Sekunden reduziert, so dass man für einen Ippon nur 25 Sekunden benötigt.

Weitere jüngste Änderungen:

2004

Der "Golden-Score"-Kampf wird eingeführt. Falls im ersten Kampf keine Entscheidung erzielt wird, kommt es unmittelbar anschließend zu einem Entscheidungskampf (Golden Score), der solange dauert, bis die erste Wertung erzielt wird. Die Verlängerung dauert maximal so lange, wie der erste Kampf. Sollte auch in der Verlängerung keine Entscheidung fallen, gibt es Hantei.[ES]

2008

Es wird beschlossen die Anzahl der Wertungen zu reduzieren. Koka wird als Wertung abgeschafft und statt den Bestrafungsstufen Chui und Keikoku gibt es nur noch Shido. Wobei Shido bis zu viermal verhängt werden kann. Die maximale Zeit für einen Osaekomi wird auf 25 Sekunden und die Zeit für den "Golden Score"-Kampf auf 3 Minuten reduziert.[1]

2009

Der direkte Angriff mit einer oder beiden Händen auf ein oder beide Beine wird durch Hansoku-make bestraft. Die Bestimmung tritt mit 2010 in Kraft.[2]

2009

Neue Bestimmungen bezüglich der Rückennummern und Aufschriften wurden am 21. August 2009 in Rotterdam beschlossen. Es dürfen nur noch solche von der IJF vorgegebenen Rückennummern sowie Sponsor-Lables am Rücken verwendet werden. Diese Bestimmungen traten mit 01.01.2010 in Kraft und wurden am 11.11.2010 novelliert.[3]

2011

Die Änderung der Reihenfolge beim Aufruf der Wettkämpfer wird am 10. Juni 2011 durch die IJF bekannt gegeben. Der Erstaufgerufene Kämpfer trägt nun den weißen Judogi, anstelle des bisher üblichen blauen. Durch die EJU wird diese Regelung offiziell im Jänner 2012 übernommen.[4]

2012

Im Dezember beschließt die IJF in Tokyo für das Jahr 2013 mehrere Änderungen: Auf der Matte befindet sich nur mehr ein Kampfrichter, der von außen durch drei weitere Kampfrichter unterstützt wird und mit diesen mit einem Funk-Kommunikationssystem in Verbindung steht. Shido werden nicht mehr als positive Wertung für den anderen Kämpfer angezeigt. Es gibt 3 Shido und dann Hansoku-make. Die Zeit für Osaekomi wird verkürzt: 10 Sekunden für Yuko, 15 Sekunden für Waza-ari und 20 Sekunden für Ippon. Hantei wird abgeschafft und es gibt kein Zeitlimit für den "Golden Score"-Kampf.[5]

2017

Im Dezember 2016 stellt die IJF weitere Änderungen in Aussicht. So wird die Kampfzeit für Männer und Frauen einheitlich auf 4 Minuten festgelegt. Die Wertung Yuko wird abgeschafft. Waza-ari wird nicht mehr zusammengezählt und erhält die Wertigkeit von Yuko. Bei Osaekomi gibt es nach 10 Sekunden Waza-ari, nach 20 Sekunden Ippon.
Es gibt nur noch drei Shido, wobei das dritte Shido ein Hansoku-make bedeutet. Das Ergreifen des Beines oder der Hose führt nicht gleich zum Ausschluss, sondern wird zuerst mit Shido und erst beim zweiten Mal mit Hansoku-make bestraft.

Schlussfolgerung

Während die Judo-Wettkampfregeln fortwährend geprüft werden, in der gleiche Weise, wie dies auch bei alle anderen olypischen Sportarten, bleibt immer noch die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass die Änderung gerecht ist, bevor sie umgesetzt wird.

Es ist unerlässlich, dass eine wichtige technische Regeländerung allen IJF-Mitgliedsländer auf der ganzen Welt weit im Voraus bekannt gegen wird. Trainer, Betreuuer, Kämpfer und Kampfrichter müssen genügend Zeit haben, um sich mit den Änderungen vertraut zu machen und diese Änderungen in ihren persönlichen und nationalen Trainingsplänen aufzunehmen.


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Zuletzt geändert am 29.12.2016 07:05 Uhr | Seitenaufrufe: seit 03.10.2013